Info für Lymphödempatientent im Zusammenhang mit COVID-19
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Walchsee, am 28.03.2020

Liebe Patientinnen und Patienten!

Da wir in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen erhalten haben, ob Personen mit einer Lymphödem-Erkrankung ein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Infektion aufweisen, haben wir für Sie die wesentlichen Informationen zusammengefasst.

Als Lymphödem-Patient/in zählen Sie grundsätzlich nicht zu der genannten Risikogruppe aufgrund Ihrer Immunabwehrschwäche, da diese Immunabwehrschwäche nur lokal auf die Lymphödem betroffenen Körperbereiche, wie zumeist Beine oder Arme beschränkt ist.

Ein erhöhtes Risiko an Covid-19 zu erkranken, haben Sie lediglich dann, wenn neben ihrer Lymphödem-Erkrankung auch allgemeine Risikofaktoren dazu kommen wie

  • höheres Alter (über 65)
  • chronische Lungenerkrankungen (Asthma, COPD, Lungenfibrose)
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Herzens
  • Diabetes mellitus
  • Therapie zur Immunsuppression (nach Organtransplantation, Rheumatherapie mit   Cortison-Therapie)

Auch haben Lymphödem-PatientInnen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer COVID-19-Infektion.

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum liegen aktuell kaum Informationen dazu vor, wie KrebspatientInnen auf eine Infektion mit Corona reagieren. Da sie jedoch ein geschwächtes Immunsystem haben können, könnten sie auch schwerer an Covid-19 erkranken.

Mit einer guten Körperhygiene, die Sie ohnedies aufgrund Ihrer Lymphödem-Erkrankung halten sollten, vermindern Sie die Gefahr einer Ansteckung mit Covid-19. Besonders häufiges Händewaschen, Desinfektion und Hautpflege können wir Ihnen zur Vermeidung einer Infektion anraten.

Sollten Sie wegen der verhängten Ausgangsverbote oder wegen Schließung von Therapieinstituten oder Praxen verhindert sein, die notwendige Manuelle Lymphdrainage zu bekommen, intensivieren Sie Ihre erlernten Gymnastikprogramme zu Entstauung. Beachten Sie dabei, dass Sie bandagiert sind oder einen passenden Kompressionsstrumpf tragen und wenden Sie täglich mehrmals die von Ihnen selbst erlernten Lymphdrainage-Griffe an sich an.

Wenn Sie einen Kompressionshandschuh oder Armstrumpf mit Handschuh tragen, empfehlen wir wie folgt umzugehen (Quelle: Homepage „GDL“):

  • Die meisten Hersteller von Kompressionsstrümpfen raten, die Waschanleitung auf Ihrer Kleidung zu befolgen, aber stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Kompressionsstrümpfe jeden Tag waschen. Uns wurde gesagt, dass antibakterielles Handgel die Kleidung nicht beschädigt. Die meisten Kompressionsstrümpfe können bei 40 °C in der Waschmaschine gewaschen und anschließend im Schonwaschgang des Wäschetrockners getrocknet werden. Wenn Ihr Kompressionsstrumpf nicht im Trockner getrocknet werden kann, trocknen Sie es vor dem Gebrauch gründlich an der Luft.
  • Die meisten Kompressionsstrümpfe bleiben auch nach ca. 100 Waschvorgängen in gutem Zustand, wenn sie aber in einen Netz-Waschbeutel gelegt werden, sind sie noch besser geschützt.
  • Sie können einen Einweghandschuh über dem Kompressionshandschuh für längere Zeit am Tag tragen, wenn Sie in einem Beruf tätig sind, bei dem Sie sich häufig die Hände waschen müssen. Bitte denken Sie daran, dass der Handschuh dazu dient, eine Kontamination Ihres Kompressionshandschuhs zu verhindern; er wird Sie nicht vor dem Virus schützen. Das Virus kann auf dem Plastikhandschuh leben und auf die gleiche Weise wie durch Ihre Hand übertragen werden, sodass die gleichen Regeln gelten – häufiges Waschen und Wechseln des Handschuhs. 
  • Für manche Menschen ist es vielleicht eine Herausforderung, einen Einweghandschuh zu bekommen, der über die geschwollene Hand passt. Möglicherweise müssen Sie mit den Größen experimentieren. Wenn Sie keine passende Größe finden können, sprechen Sie mit Ihren Therapeuten, um zu sehen, ob es angebracht ist, dass Sie den Handschuh vorübergehend ändern, wenn Sie ihn tragen.
  • Tragen Sie einen Ersatzkompressionshandschuh/einen Ersatzkompressionsstrumpf in einem versiegelten Plastikbeutel mit sich, falls Sie befürchten, dass Ihr Handschuh kontaminiert worden sein könnte. Stecken Sie den verschmutzten Handschuh in den Plastikbeutel und verschließen Sie ihn, bis er gewaschen werden kann und denken Sie daran, den Plastikbeutel wegzuwerfen.

Sollten Sie Krankheitszeichen wie Fieber oder Symptomen, die einer Grippe ähnlich sind (Gliederschmerzen, Müdigkeit Schüttelfrost) entwickeln, rufen Sie die HOTLINE 1450. Sie sollten aber dabei auch unbedingt angeben, dass Sie an einem Lymphödem leiden, um der Hotline die Möglichkeit zu geben Fieber u. Schüttelfrost als Symptom eines Erysipel abzufragen und differentialdiagnostisch zu unterscheiden.

Wir hoffen, wir können Ihnen mit diesen Informationen die Unsicherheit etwas nehmen und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und viel Gesundheit!

Ihr Team vom Wittlinger Therapiezentrum

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